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::: 09. November 2005

 Das nächste irrsinnig große Ding (5)  

Hier ist ein weiterer Abschnitt aus einem langen Interview, das Steve Jobs 1996 der Zeitschrift Wired gab. Wir fanden es so interessant, daß wir es übersetzt in mehreren Abschnitten wiedergeben - es wird einige Tage dauern, aber es lohnt sich [hier sind Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4].

Vorhin haben Sie gesagt, es gäbe eine natürliche Affinität zwischen dem Web und Objects. Daß diese beiden Dinge zusammen etwas ganz Neues bilden werden, richtig?

lassen Sie es uns anders herum versuchen: was kann man mit einem Webserver machen? Vier Dinge: erstens das einfache Veröffentlichen von Websites. Das machen heute 99 Prozent der Leute. Wenn das alles ist, was man will, nimmt man eine von hundert freien Webserver-Softwarepaketen aus dem Netz und benutzt es. Kein problem, alles funktioniert. Sicherheit ist keine große Sache, weil man keine Kreditkarten-Verkäufe macht. Das nächste wäre komplizierteres Web-Publishing. Das geht gerade in simplen Formen los, aber es wird in den nächsten 12 bis 18 Monaten explodieren. Das ist die nächste große Phase des Webs. Kennen Sie die Website von Federal Express, wo man ein Paket verfolgen kann? Federal Express hat vier Monate für die Entwicklung dieses Programms benötigt - und es ist ein sehr einfaches. Es wäre eine feine Sache, so etwas in vier Tagen zu schaffen, oder in zwei, oder in einem Tag.

Das dritte, was man mit einem Webserver machen kann, ist Handel. Das ist noch schwieriger als komplexes Publishing, weil man das Web in sein Bestellsystem einbinden muss, in sein Finanzsystem und so weiter. Ich denke, davon sind wir noch zwei Jahre entfernt. Aber das wird auch eine gewaltige Sache. Das vierte sind interne Website, das Intranet. Statt unterschiedliche Versionen einer Anwendung für die interne Benutzung zu schreiben - eine für Mac, eine für PC, eine für Unix - kann man eine einzige Anwendung als Cross-Plattformprodukt schreiben Alle benutzen das Web. Wir werden Firmen mit Dutzenden, wenn nicht hunderten von Webservern sehen, die zur internen Kommunikation dienen.

Drei dieser vier Möglichkeiten im Web erfordern speziell entwickelte Anwendungen. Und das ist, was wir wirklich mit Objects machen werden. Unser neues Produkt WebObjects erlaubt es, Anwendungen zehnmal schneller zu schreiben. 

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Wie beeinflußt das Web die Wirtschaft?

Wir leben in einer Informations-Wirtschaft. Das Problem ist, daß Informationen normalerweise nie an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit verfügbar sind. Der Grund, warum Federal Express sich gegen seine Konkurrenz durchgesetzt hat, war ihr Paket-Verfolgungssystem. Daß diese Firma dieses Tracking-System ins Web gebracht hat, war phänomenal. Ich brauche normalerweise ewig, um meine Pakete ausfindig zu machen. Das Tracking-System ist unglaublich toll, und unglaublich beruhigend. Diese Informationen aus einer anderen Firma herauszubekommen, ist normalerweise unmöglich.

Es ist aber auch sehr schwierig, Informationen zu geben. Nehmen wir Autohändler: da steckt so viel Geld im Warenbestand, Milliarden und Milliarden Dollar. Bestand ist nichts Gutes, Bestand bindet tonnenweise Geld, er kann zerstört werden, er veraltet. Man braucht wahnsinnig viel Zeit zu seiner Verwaltung. Und normalerweise ist das Auto, das man haben will, in der Farbe, die man will, sowieso nicht da, und dann geht der Kuhhandel los. Wäre es nicht besser, man wäre diesen ganzen Warenbestand los? Man zeigt einfach ein weißen Auto zum Probefahren und eine Laserdisc, auf der man sich die anderen Farben ansehen kann. Dann bestellt man sein Auto und bekommt es in einer Woche. 

Heute sagt der Autohändler: Wir können nicht in einer Woche liefern, es dauert drei Monate. Und du sagst: Augenblick mal - ich bestelle einen rosa Cadillac mit lila Ledersitzen. Warum kriege ich den nicht in einer Woche? Und der Händler sagt: Wir müssen ihn bauen. Und du sagst: Sie bauen doch heute Cadillacs, oder? Warum können Sie nicht einen davon rosa spritzen? Und der Händler sagt: Wir wußten nicht, daß Sie einen rosa Cadillac wollen. Und du sagst: OK, ich sage Ihnen jetzt - ich möchte einen rosa Cadillac. Und der Händler sagt: Wir haben heute keine rosa Farbe. Unser Lieferant hat Lieferzeiten für diese Farbe. Und du sagst: Stellt Ihr Farbenlieferant denn heute keine Farbe her? Und der Händler sagt: Yeah, aber wenn wir es ihm gesagt haben, dauert es noch zwei Wochen. Und du sagst: Was ist mit den Ledersitzen? Und er sagt: Oh Gott, lila Leder. Es wird drei Monate dauern, das zu kriegen…

Wenn man das zurückverfolgt, wird man feststellen, daß es nicht darum geht, wie lange es dauert, ein Ding zu produzieren. Es geht darum, wie lange die Information durch das System fliesst. Und trotzdem bewegen sich Elektronen mit Lichtgeschwindigkeit. oder jedenfalls beinahe. Informationen in das System zu schieben, ist manchmal sehr frustrierend, und das Web wird hier genauso bahnbrechend sein wie beim Herausholen von informationen aus dem System. 

09.11.05 - 13:30 Uhr von Redaktion | Permalink | Rubrik Apple-Historie  | 1 Kommentar(e), 451x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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Der Macintosh ist katholisch: das Wesen der Offenbarung wird in einfachen Formeln und prachtvollen Ikonen abgehandelt. Jeder hat das Recht auf Erlösung.
(Umberto Eco)

I don't do .INI, .BAT, or .SYS files. I don't assign apps to files. I don't configure peripherals or networks before using them. I have a computer to do all that. I have a Macintosh, not a hobby.
(Fritz Anderson)


Mir doch Blunzn, was für ein Prozessor drin ist, solange ein Apple drumrum ist!
(Jacqueline Godany)


Ich bin ein Bewohner des digitalen kleinen gallischen Dorfs. Ein Mac-User. Ich habe ein Betriebssystem, das nach einem Raubtier benannt ist, nicht nach einem Rind.
(Peter Glaser)

To this technical-ninny it’s clear
In my compromised 100th year,
That to read and to write
Are again within sight
Of this Apple iPad pioneer
(Virginia Campbell, 100 Jahre)


Never ask a man what kind of computer he drives. If its a Mac, he'll tell you. If not, why embarrass him?
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It is true that I have a great admiration for the elegances and brilliances that have emerged from my favourite address in the world: 1 Infinite Loop, Cupertino, California, the home of Apple Computers.
(Stephen Fry)

The Macintosh may only have 10 5 3 2,5 3 5 % of the market, but it is clearly the top 10 5 3 2,53 5 %!
(Douglas Adams)


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