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::: 03. Januar 2006

 2005: Apple und die Dummheit der Labels  

image»2005 hat eine Tatsache bestätigt: die Musikindustrie ist genauso dumm, wie man immer schon glaubte«, schreibt Kommentator Ashlee Vance bei The Register. Die Verkaufszahlen für CDs gingen laut Nielsen Soundscan in den USA um 3,5 Prozent zurück, nachdem sie 2004 noch um 2,3 Prozent gestiegen waren. Nun könnte der gesunde Menschenverstand denken, daß niedrigere CD-Verkäufe vielleicht etwas damit zu tun haben, daß teueres Benzin (oder teure iPods) weniger Geld in den Portemonnaies der Käufer lassen. Aber diese Logik ist der Recording Industry Association of American (RIAA) fremd: für sie waren es mal wieder die Piraten, die die Umsätze 2005 nach unten trieben - 2004 dagegen waren es die wirkungsvollen Anti-Piraterie-Maßnahmen der RIAA, die die Umsätze nach oben trieben, schreibt Vance. Nachdem die Musikindustrie im vergangenen Jahr gegen 7000 Konsumenten geklagt und praktisch jede Musik-Piratensite des Globus geschlossen hat - was wird sie 2006 als Argument für ihren Niedergang anführen?

Die offensichtliche Motivation hinter dem Kampf der Labels gegen den Verkauf im Internet ist, so Vance, daß man hoffte, die Kunden erneut zu Neukäufen ihrer Musiksammlungen zu bewegen und wie beim Wechsel von Schallplatten zu Bändern und CDs für dieselbe Musik erneut zu kassieren. Allerdings hat die Musikindustrie die Zeichen der Zeit komplett verschlafen und versucht nun schon seit Jahren, Unternehmen und Kunden daran zu hindern, Musik über das Internet zu kaufen oder zu verkaufen. Die Hoffnung, daß Online-Musik einen neuen Musikboom bringen würde und daß Künstler, Produzenten und Hersteller davon profitieren würden, hat sich zerschlagen. Stattdessen hat Apple davon profitiert.

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Apple besitzt den Großteil des Kuchens und hinterlässt nur noch Krümel für Napster oder Real, Apple hat Milliarden-Umsätze mit dem iPod und dem iTMS gemacht. Die Label sehen sich dazu gezwungen, mit Apple zu verhandeln; der New Yorker Staatsanwalt wird darauf achten, daß dabei keine illegalen Methoden im Spiel sind. Apple profitiert also von der Dummheit der Label - die Kunden dagegen werden mit Kopierschutz-Systemen und DRMs geknebelt, gleichgültig, wer den Kampf gewinnt. 

Die Musikindustrie wird noch sehr lange hinter dem Boom herlaufen, schreibt Vance: sie wird weiterhin Musikpiraten für ihr Versagen verantwortlich machen und nicht sich selbst. Tausende von potentiellen Musikkäufern werden verklagt werden, die Label selbst werden wahrscheinlich verklagt werden. Die Kunden werden weiter das Kleingedruckte der CDs und Online-Tracks lesen müssen, um herauszufinden, wo und wann sie die von ihrem Geld erworbene Musik überhaupt noch spielen dürfen.

In einer solchen Umgebung kann die kommerzielle Musik nur verlieren. Irgendwann - sicher nicht 2006 - werden die Musiklabel schließlich erkennen, wie falsch sie lagen. Eines Tages werden einge etwas Klügere erkennen, daß sie mit dem bisherigen Weg keine Kunden gewinnen. Dann, so schreibt Vance, wird die Musik wieder gewinnen.

03.01.06 - 7:00 Uhr von Redaktion | Permalink | Rubrik iPod  | 5 Kommentar(e), 758x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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Der Macintosh ist katholisch: das Wesen der Offenbarung wird in einfachen Formeln und prachtvollen Ikonen abgehandelt. Jeder hat das Recht auf Erlösung.
(Umberto Eco)

I don't do .INI, .BAT, or .SYS files. I don't assign apps to files. I don't configure peripherals or networks before using them. I have a computer to do all that. I have a Macintosh, not a hobby.
(Fritz Anderson)


Mir doch Blunzn, was für ein Prozessor drin ist, solange ein Apple drumrum ist!
(Jacqueline Godany)


Ich bin ein Bewohner des digitalen kleinen gallischen Dorfs. Ein Mac-User. Ich habe ein Betriebssystem, das nach einem Raubtier benannt ist, nicht nach einem Rind.
(Peter Glaser)

To this technical-ninny it’s clear
In my compromised 100th year,
That to read and to write
Are again within sight
Of this Apple iPad pioneer
(Virginia Campbell, 100 Jahre)


Never ask a man what kind of computer he drives. If its a Mac, he'll tell you. If not, why embarrass him?
(Tom Clancy)

It is true that I have a great admiration for the elegances and brilliances that have emerged from my favourite address in the world: 1 Infinite Loop, Cupertino, California, the home of Apple Computers.
(Stephen Fry)

The Macintosh may only have 10 5 3 2,5 3 5 % of the market, but it is clearly the top 10 5 3 2,53 5 %!
(Douglas Adams)


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