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::: 22. April 2006

 Paul Thurrot: Schande über Microsoft, Schande!  

Paul Thurrot, das ehemalige Microsoft-Groupie, setzt seine bemerkenswerte Wandlung vom Windows-Saulus zum Mac OS-Paulus mit Vehemenz fort und macht sich zum lauten Fürsprecher der maßlos enttäuschten Windows-User, die sehen, wie mit Vista ein neues Fiasko über sie hereinbricht. Eine unbedingt lesenswerte, kenntnisreiche, bitterböse und gnadenlose Abrechnung mit dem leckgeschlagenen Supertanker Microsoft und seinem hilflosen Steuermann Billl Gates, hier in den besten Ausschnitten:

»Die Windows-Division bleibt, wie Angestellte des Software-Giganten mir sagten, der letzte Überrest des alten, bösen Microsoft: das Microsoft, das Konkurrenten mit Füßen trat, um Marktanteile um jeden Preis zu gewinnen; das Microsoft, das seine Kunden vergaß vor lauter Eifer, seinen Konkurrenten zu schaden. Genau das Microsoft, von dem die Apple- und Linuxfans immer glaubten, das es sie terminieren wollte. Das Microsoft, das Windows-Fans mit nutzlosen Prozessen überzog, statt konstruktive Beziehungen mit denjenigen aufzubauen, die das Unternehmen am meisten stützen. [...]

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Was lief falsch? Was lief richtig? Als Bill Gates Mitte 2003 erklärte, daß er zu seinen Wurzeln zurückkehren und Longhorn mit entwickeln wollte, hätten wir alle die Warnsignale sehen müssen. Gates ist leider auch Teil des alten, bösen Microsoft, ein Überrest der Vergangenheit. Es wäre besser gewesen, Gates hätte den Mut gehabt, zurückzutreten oder sich wenigstens auf eine Honoratiorenrolle zu beschränken, statt seine Hände an der nächsten Windows-generation schmutzig zu machen. Gates muss die Schuld zu allererst zugewiesen werden. Durch seine Führung - oder dem Mangel an Führung - wurde die Entwicklung von Microsoft wertvollstem Gut in Grund und Boden getrieben. [...]

Schande über dich, Microsoft. Schande über dich - nicht nur dafür, daß du es nicht besser gemacht hast. Wir haben uns daran gewöhnt, daß Microsoft Apple kopiert, so wie Apple (und Linux) im Gegenzug Microsoft kopieren. Aber uns wurde eine ganz neue Welt versprochen, und wir erhielten nur eine aufgewärmte Kopie von Mac OS X Tiger. Windows Vista ist eine Enttäuschung. DIese sehr reale Wahrheit kann durch nichts abgemildert werden.«

Thurrot benennt die »gebrochenen Versprechen« von Windows Vista anhand der letzten Builds 5308 und 5342 in vielen Einzelheiten: Vistas neues Sicherheitssystem User Account Protection (UAP) ist »ein trauriger, trauriger Witz«, das »eine unglaubliche Anzahl von Warndialogen selbst für die einfachste Aufgabe« produziert. Daß diese Dialoge immer wieder erscheinen, »wäre urkomisch, wenn sie nicht in wenigen Monaten hunderte von Millionen Usern betreffen würden. Tatsächlich ist diese Hinterlist fast kriminell.« Auch Vistas »Glasfenster« und das Media Center (»Es ist so übel - ich weiß nicht, womit ich beginnen soll«) bekommen ihr Fett weg. Am Ende seines langen, wütenden Verrisses versucht Thurrot seinen Tirade etwas zu relativieren: »Ich hasse Vista nicht, und ich hasse Microsoft nicht dafür, daß sie mich und zahllose andere Kunden so enttäuscht haben. [...] Windows Vista war Microsofts erste Gelegenheit seit Windows 95, nach der Krone zu greifen. Es wird ein weiteres Jahrzehnt dauern, bis sie es wieder versuchen.« [weiterlesen bei winsupersite.com].

Es ist noch kein Jahr her, da schrieb ich in der »Nacht des Apfels«, als Apple und Intel heirateten: »Und sagen wir’s mal laut: Microsoft ist tot.« Nun - tot vielleicht nicht, aber es riecht schon sehr verdächtig.

22.04.06 - 11:30 Uhr von majo (Mac Essentials) | Permalink | Rubrik Kommentar  | 21 Kommentar(e), 767x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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Der Macintosh ist katholisch: das Wesen der Offenbarung wird in einfachen Formeln und prachtvollen Ikonen abgehandelt. Jeder hat das Recht auf Erlösung.
(Umberto Eco)

I don't do .INI, .BAT, or .SYS files. I don't assign apps to files. I don't configure peripherals or networks before using them. I have a computer to do all that. I have a Macintosh, not a hobby.
(Fritz Anderson)


Mir doch Blunzn, was für ein Prozessor drin ist, solange ein Apple drumrum ist!
(Jacqueline Godany)


Ich bin ein Bewohner des digitalen kleinen gallischen Dorfs. Ein Mac-User. Ich habe ein Betriebssystem, das nach einem Raubtier benannt ist, nicht nach einem Rind.
(Peter Glaser)

To this technical-ninny it’s clear
In my compromised 100th year,
That to read and to write
Are again within sight
Of this Apple iPad pioneer
(Virginia Campbell, 100 Jahre)


Never ask a man what kind of computer he drives. If its a Mac, he'll tell you. If not, why embarrass him?
(Tom Clancy)

It is true that I have a great admiration for the elegances and brilliances that have emerged from my favourite address in the world: 1 Infinite Loop, Cupertino, California, the home of Apple Computers.
(Stephen Fry)

The Macintosh may only have 10 5 3 2,5 3 5 % of the market, but it is clearly the top 10 5 3 2,53 5 %!
(Douglas Adams)


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