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::: 23. April 2006

 Robert X. Cringely: Windows XP-Programme unter Mac OS 10.5  

»Was zum Teufel hat Apple wirklich mit Windows vor?« fragt sich Robert X. Cringely in seiner neuesten Kolumne. Abgesehen davon, daß niemand - auch nicht Robert X. Cringely - wirklich weiß, was zum Teufel Apple mit Windows vorhat, eröffnet die Frage natürlich ein weites Feld für Cringelys amüsante, aber auch so gut wie nie gänzlich zutreffende Spekulationen. So wie die Geschichte aus der Vorwoche: eine Gruppe betrunkener Microsoft-Entwickler enthüllt dem Nachtportier eines Hotels, daß Vista auf Intel-Macs nicht nur läuft, sondern sogar wesentlich besser als OS X. Und Apple verfolgt Mac-Webseiten, weil sie enthüllen, wie man Gitarren in Computer stöpselt.... 

Wie immer setzt Cringely noch einen drauf: Mac OS 10.5 wird einen neuen Kern erhalten. Der Grund laut Cringely? Vor allem der, daß Avie Tevanian Apple verlassen hat und zu Microsoft geht. Ein monolithischer Kernel - also einer, bei dem die meisten Funktionen direkt in den Kern des Betriebssystems eingebaut sind - ist zwei- bis dreimal so schnell wie der jetzige Microkernel. Der neue OS X-Kern werde nicht kompatibel zum alten sein, meint Cringely - was auch nichts macht, da sowieso eine neue Architektur ansteht, nämlich Intel.

Apple hat also mehrere Möglichkeiten, »das Verlangen des Big Business« nach Windows auf dem Mac zu befriedigen: 

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man werde einen Mac direkt mit Vista booten können oder man werde Vista als virtualisiertes OS nutzen können, so Cringely - also entweder das Prinzip Boot Camp oder das Prinzip Parallels. Der dritte Weg, den Cringely nun vorschlägt, würde dazu führen, daß man Windows XP-Anwendungen direkt unter OS X ausführen kann - ohne eine bremsende Kompatibilitätskrücke, sondern mit dem Windows API, das Apple direkt in OS 10.5 implementiert. Soweit, so möglich, nur gehört die Windows API eben Microsoft, und nicht Apple. Um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, folgt jetzt der Cringely-typische Spekulationsteil, also der, wegen dem wir alle seine Kolumne lesen:

beim großen Deal zwischen Steve Jobs und Bill Gates im Jahre 1997, als Microsoft 150 Millionen Dollar an Apple überwies und damit einen Patentstreit beendete, erhielt Apple noch etwas - nämlich bestimmte Rechte an der Windows API, an der Windows XP-API genauer gesagt. Deshalb läuft seit damals in Apples Labs ein geheimes OS X, das Apple- und XP-Software gleichermaßen ausführen kann. Boom! Dies, so Cringely, sind keine Gerüchte, sondern Berichte von Leuten, denen das neue OS X mit Apple- und XP-Anwendungen vorgeführt wurde.

Also: ein aufgepeppter OS X-Kernel mit nativer Unterstützung von Windows-Programmen, keine Windows-Kopie, die man kaufen muss, keine Emulation, keine Chance für Microsoft, störend dazwischen zu funken, erheblich bessere Sicherheit. Und: niemand muß auf Vista warten.  Wenn »Big Business« nicht auf Windows Vista warten und die User kein Windows XP kaufen müssen, bedeutet dies vor allem eines: kein Geld für Microsoft. Vielleicht ist Microsoft in ein paar Jahren wirklich nur noch die Firma, die nette Mäuse und die Xbox herstellt. Ford hatte in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Quasi-Monopol im US-Automarkt, General Motors war ein Hersteller von Nischenprodukten. Es dauerte ganze sieben Jahre, dann hatte sich das Bild umgekehrt. Auch Apple hatte bei Betriebssystemen mal den größten Marktanteil, bis sich das Bild zur heutigen Situation umkehrte.

Niemand weiß, was die nächsten sieben Jahre bringen werden. Nur - vor einem Jahr wären selbst solche Spekulationen wie die von Robert X. Cringely nicht mal denkbar gewesen. Wie auch immer - es sind mal wieder aufregende Zeiten, in denen wir leben: For the loser now will be later to win, for the times they are a-changin’

23.04.06 - 7:00 Uhr von majo (Mac Essentials) | Permalink | Rubrik Gerüchte  | 10 Kommentar(e), 735x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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(Umberto Eco)

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(Fritz Anderson)


Mir doch Blunzn, was für ein Prozessor drin ist, solange ein Apple drumrum ist!
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Ich bin ein Bewohner des digitalen kleinen gallischen Dorfs. Ein Mac-User. Ich habe ein Betriebssystem, das nach einem Raubtier benannt ist, nicht nach einem Rind.
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To this technical-ninny it’s clear
In my compromised 100th year,
That to read and to write
Are again within sight
Of this Apple iPad pioneer
(Virginia Campbell, 100 Jahre)


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The Macintosh may only have 10 5 3 2,5 3 5 % of the market, but it is clearly the top 10 5 3 2,53 5 %!
(Douglas Adams)


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