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::: 04. Juni 2007

 Photoshop-Tutorial: Vom Foto zum Cartoon (1)   Von Karl A. Bihlmeier

Um es gleich vorweg zu sagen: es gibt keinen “fertig-in-30-Sekunden-Weg”, um ein Foto halbwegs zufriedenstellend in einen Comic umzuwandeln. Als Comiczeichner würde mir eine solche Lösung selbst viel Arbeit ersparen. Einfach die Szene mit ein paar Freunden nachstellen, ein digitales Foto machen, in Photoshop mit einem Comicfilter drüber, und fertig. Und wenn auch im Internet eine Vielzahl von Tutorials zu finden sind, die eben dies versprechen, so ist das Ergebnis doch oft ernüchternd. Also alles von Anfang an und zu Fuß.
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Bevor es los geht, muss zunächst definiert werden: was macht eigentlich den typischen Comicstil aus? Im Allgemeinen sind dies deutlich sichtbare Konturlinien, auch Outlines genannt. Als Zweites eher wenige, flächige Farben. Es gibt sicherlich auch andere, sehr malerisch anmutende Comics, die die Grenze zum Gemälde schon erreicht haben, aber das ist ein anderes Thema. Als letztes gehört zu einem Comic das sogenannte Lettering, also Sprechblasen und weitere Felder mit Text - typischer Weise in einem klassischen Comic-Zeichensatz.

imageEs gilt nun diese typischen Merkmale mit den Bordmitteln von Photoshop herzustellen. In diese Beispiel verwende ich eine Aufnahme meiner Tochter auf einer Bergtour im bayerischen Karwendel. Zunächst allerdings muss das Bildmaterial optimiert werden. Das Ausgangsmaterial für jede Arbeit sollte immer (!) möglichst optimal sein. Die Auto-Tonwertkorrektur (Bild/Anpassen/Auto-Tonwerkkorrektur oder einfach Cmd+Shift+L) verschafft den notwendigen Kontrast. Im Dialogfenster „Bild/Anpassen/Farbton/Sättigung“ erhöhen Sie die Sättigung ein wenig. Alle Farben kommen nun deutlich kräftiger.

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Zur Reduzierung der Tiefen, also der dunklen Bereiche des Bildes bedienen wir uns der Tonwertkorrektur (Bild/Anpassen/Tonwertkorrektur oder Cmd+L). Einfach den mittleren Regler für die Mitteltöne ein wenig nach links zum Schwarzpunkt schieben. Das Bild wird heller.
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Der gleiche Effekt lässt sich u.a. auch mit den Gradationskurven (Bild/Anpassen/Gradationskurven oder Cmd+M). erzielen. Dort die Kurve etwa in der Mitte anklicken und leicht nach links oben verschieben. Die Gradationskurven sind ein ideales Werkzeug zur Farb- und Tonwertkontrolle, erfordern aber etwas Einarbeitungszeit.
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Für die Farbreduzierung bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten. Die Kunstfilter eignen sich fast alle dazu. Besonders der Filter “Tontrennung & Kantenbetonung” schafft den kompletten Effekt nahezu im Alleingang. Das Ergebnis ist hinreichend illustrativ und mit Sprechblase und Text schon fast brauchbar. Experimentieren Sie ruhig auch mit den anderen Kunst-, Mal- und Zeichenfiltern. So bringen z. B. die Filter „Schwamm“ und „Ölfarbe getupft“ auch interessante Ergebnisse mit ganz eigenem Stil.

imageEs geht aber noch besser. In den Weichzeichnungsfiltern führt der Filter “Matter machen” ein Schattendasein. Er fasst ähnliche Farben flächig zusammen, behält aber die groben Konturen bei. Die Einstellungen für Radius und Schwellenwert variieren je nach Motiv und Größe des Bildes. In diesem Fall ergibt ein Wert von 25 für beide Regler eine gute Vereinfachung.

Zusätzlich mit „Tontrennung & Kantenbetonung“ versehen, entspricht das Resultat in etwa dem Punkt, bei dem die meisten Tutorials im Web aufhören. Unter uns: wenn Sie bei Familie und Freunden Eindruck schinden wollen, müssen Sie etwas mehr Arbeit investieren. Aber es lohnt sich!
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Soweit der erste Teil von Karls Cartoon-Tutorials. Teil 2 folgt hier.

04.06.07 - 9:30 Uhr von Redaktion | Permalink | Rubrik Reviews und Tests  - Photoshop  | 11 Kommentar(e), 4623x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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Der Macintosh ist katholisch: das Wesen der Offenbarung wird in einfachen Formeln und prachtvollen Ikonen abgehandelt. Jeder hat das Recht auf Erlösung.
(Umberto Eco)

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Mir doch Blunzn, was für ein Prozessor drin ist, solange ein Apple drumrum ist!
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Ich bin ein Bewohner des digitalen kleinen gallischen Dorfs. Ein Mac-User. Ich habe ein Betriebssystem, das nach einem Raubtier benannt ist, nicht nach einem Rind.
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