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::: 20. August 2007

 NYT: Was zum [bleep] hat sich Apple bei iMovie ‘08 gedacht?  

David Pogue geht in der New York Times mit Apples neuem iMovie ‘08 ins Gericht: »Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals zuvor eine Softwarefirma einen solchen Stunt hingelegt hat: ein voll entwickeltes, ausgereiftes, beliebtes Programm wegzuwerfen und durch ein unfertiges, völlig anders orientiertes Programm mit demselben Namen zu ersetzen.« (Im weiteren Verlauf des Artikels räumt Pogue allerdings ein, dass dieser Satz nicht wörtlich zu nehmen ist - iMovie 6 gibt es weiterhin).

iMovie ‘08 habe nichts mit dem bisherigen iMovie zu tun - es habe einen völlig anderen Code, ein komplett anderes Design und eine ganz andere Aufgabenstellung als seine Vorgänger.  Das neue »iMovie« habe hauptsächlich einen Zweck: ein paar Movies schnell zusammenzuschneiden. Genau dafür aber sei das alte iMovie 06 ebenso gut geeignet gewesen - und es habe seine User darüber hinaus durch zusätzlich hochentwickelte Edit-Funktionen erfreut, so Pogue. Das alte iMovie bot die wichtigsten Funktionen professioneller Programme wie Final Cut Pro ohne deren Preis oder Komplexität.
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Das neue iMovie sei das einzige Videoschnitt-Programm auf dem Markt ohne Timeline. Die Effekte fehlen - selbst Standardfunktionen wie Slowmotion, rückwärts, schneller oder schwarz-weiß fehlen. Die bisher vorhandenen Audioschnitt- und -effektmöglichkeiten fehlten ebenfalls: die manuelle Anpassung des Audiolevels, manuelle Audioblenden oder die Möglichkeit, Audio aus einem Videoclip zu extrahieren.  Pitch, High-Pass- oder Low-Pass-Filter oder Hall fehlen, es gibt keine Plug-In-Architektur mehr. Es fehlen Kapitelmarken für den Export zu iDVD, es gibt keine Bookmarks mehr, nicht einmal mehr die Themes des alten iMovie. Teile eines Movies lassen sich ebenfalls nicht mehr exporterien. Die Fähigkeit, in mehreren Fenster zu arbeiten, fehlt ebenfalls, so Pogue. Nicht mal die alten iMovie-Projekte kann das neue »iMovie« konvertieren - nur die Clips selbst werden importiert, alle Blenden, Titel, Credits oder Special Effects sind weg (… außerdem stürzt iMovie ‘08 beim Import alter Clips gerne ab. Die Red.}.

Die neue Version habe aber auch einige coole Features, gesteht Pogue zu: man kann ein fertiges Video mit einem Knopfdruck zu YouTube schicken, die Farbanpassungs- und Bildausschnitt-Tools gibt es in keinem anderen Consumer-Programm. Man kann einen ungewollten Clip endlich wirklich von der Platte löschen, während das alte iMovie oder FCP stets das gesamte Rohmaterial aufbewahren.  Titel, Übergänge und Farbanpassungen werden sofort - ohne Rendern - angezeigt.  Was Pogue nicht erwähnt: iMovie ‘08 kann endlich Audio »scrubben«.

Aber ehrlich: was zum [bleep] hat sich Apple dabei gedacht, fasst Pogue die Meinung in den Diskussionsforen zusammen. Gottlob überschreibt das neue iMovie das alte nicht, sondern verschiebt es in einen anderen Ordner. Darüber hinaus bietet Apple für alle Besitzer von iMovie ‘08 den kostenlosen Download des bisherigen iMovie HD 6.04 an.  Apple hat also nicht die alte Version ersetzt - aber es bietet den Käufern seines 79 Dollar-iLife-Pakets keine Weiterentwickung an, sondern einen Rückschritt.

Apple hätte dem neuen Programmm einen anderen Namen geben sollen - FlyMovie, ByeMovie, oder WhyMovie. Nur eins ist sicher, so David Pogue: es ist nicht iMovie. 

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20.08.07 - 7:10 Uhr von Redaktion | Permalink | Rubrik Software  | 42 Kommentar(e), 3428x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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