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::: 21. November 2007

 Der Kampf um das iPhone  

Apples Versuch, sich durch exklusive Bindung an einen Provider auch in Europa an den Telefonie- und Datenumsätzen im Mobilfunk beteiligen zu lassen, könnte scheitern: die einstweilige Verfügung durch Vodafone und die Beschwerde von Debitel bei der Bundesnetzagentur könnten ähnlich wie in Frankreich dazu führen, dass das iPhone ohne technische Bremse verkauft und in jedem Netz benutzt werden kann.

imageVodafone, die Nummer zwei im deutschen Mobilfunkmarkt, verlangte gestern zwar zunächst ausdrücklich keinen Stopp des Verkaufs über T-Mobile, will aber grundsätzlich gerichtlich »sauber klären lassen«, ob die zweijährige Vertragsbindung an den Bonner Konzern und der Einsatz von SIM-Sperren rechtens sind. Die Koppelung werde »den Markt massiv ändern«, so Vodafone-Chef Friedrich Joussen - das iPhone sei »der Sündenfall« der Branche. Debitel kritisierte, dass iPhone-Käufer in Deutschland weder das genutzte Netz noch den Provider wechseln können. Das Unternehmen hat daher bei der Bundesnetzagentur Beschwerde wegen eines Verstoßes gegen die Lizenzauflagen für Netzbetreiber eingereicht.

Das Hamburger Landgericht hatte die einstweilige Verfügung gegen T-Mobile schon am Montag erlassen. Darin wird T-Mobile unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro pro verkauftem Handy verboten, das iPhone mit 24-monatiger Vertragsbindung und Sim-Lock-Sperre anzubieten.  Der Käufer muss jederzeit und kostenlos das Gerät entsperren können, so die Verfügung.

T-Mobile reagierte noch am Nachmittag mit einer eilig herausgebenen Pressemeldung: der Verkauf gehe weiter, man werde Widerspruch einlegen und möglicherweise Schadenersatz »in maximaler Höhe « fordern. Wenig später gab ein Telekom-Sprecher zu, dass die kritisierten Einschränkungen für iPhone-Kunden überprüft würden: »Das bisherige Vertriebsmodell könnte geändert und das Apple-Handy ohne Vertragsbindung und elektronische Sperre angeboten werden.« T-Mobile habe 48 Stunden Zeit zur Umsetzung ausgehandelt, sagte der Unternehmenssprecher weiter: am Mittwochvormittag - also heute - wolle T-Mobile mitteilen, was dies genau für die Kunden bedeutet. Die neuen Konditionen würden zunächst bis zu einem neuen Gerichtstermin in etwa zwei Wochen gelten.

Der Universitätsprofessor und Telekommunikationsexperte Torsten Gerpott hält den Angriff von Vodafone für »völligen Quatsch«. In einem Gespräch mit der Rheinische Post für die heutige Ausgabe sagte Gerpott: »Es gibt kein im Grundgesetz verankertes Recht auf das iPhone. In einer freien Marktwirtschaft entscheiden immer noch die Unternehmen, wie und mit wem sie ihre Produkte verkaufen wollen. [...] Das ist ein neuartiger Deal, aber legitim.«

Die Süddeutsche kommentiert: »Ruppige Umgangsformen sind für die Mobilfunkbranche nicht neu. So torpedierten T-Mobile und Vodafone D2 gegenseitig Werbekampagnen. Doch das Vorgehen von Vodafone hat im Fall iPhone einen faden Beigeschmack. Schließlich war der Konzern selbst zu Sünden bereit und hatte sich um die Exklusivrechte beworben. Zudem scheint unwahrscheinlich, dass die Hersteller Nokia und Motorola auf dem hart umkämpften Markt ähnliche Konditionen durchsetzen können. Sie verfügen nicht über vergleichbare Produkte, mit denen sich Bedingungen diktieren lassen. Im Vergleich zu den Weltmarktführern ist der Branchenneuling Apple ein Zwerg - und wird es vorerst auch bleiben.«

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21.11.07 - 6:00 Uhr von Redaktion | Permalink | Rubrik iPhone  | 21 Kommentar(e), 394x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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