Hach, Ihr sprecht mir aus der Seele ... ich hab auch mal (hmm ... im letzten Jahrtausend) mein Leben als Typograph - oder besser - DTP-Schriftsetzer verdingt.
Bei Comic Sans denke ich immer an Belichtungen von Kunden-Corel-Draw-Dateien (meistens Werbeflyer in A5) mit etwa 50 Schriftschnitten (zum Teil noch schlimmer als Comic Sans), Cliparts bis zum erbrechen (da gabs Bücher mit CDs zu kaufen - damals), Verläufe mit Echtfarben, RGB und CMYK gemischt. Wenn da Filme belichtet wurden kam immer ein ganzer Stoss statt nur vier davon (normal wären es nur Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz).
Ach ... Erinnerungen :)
Übrigens möchte ich mich als Wahl-Basler für den Geschäftsbericht der Unibas entschuldigen.
Gruss, Michael
von daFont
am 04. Nov
um 10:17 Uhr
schnell noch einen tipp hinterher, da gut nach themen sortiert
http://www.dafont.com
im custom preview am besten einen blindtext mit umlauten eingeben ;-)
gruss
von
am 04. Nov
um 10:33 Uhr
@Gehirnwaschsalon: die Entschuldigung ist akzeptiert.
Corel Draw - wusst ich doch, dass ich da noch was verdrängt hatte.
Jetzt hab ich wieder wochenlang Alpträume ;-)
von
am 04. Nov
um 10:45 Uhr
hach, was geht’s uns doch gut ;o)
von
am 04. Nov
um 10:46 Uhr
@dafont: dafont.com ist natürlich ein Kracher, wenn auch viele der Schriften bestenfalls als kurios zu bezeichn en sind. Mit ein wenig Stöbern findet man noch viele mehr. Zu meinen Libelingssites gerören z.B. Typowiki und moorstation und ab und zu Freefont manifesto. Nur eine ganz kleine Auswahl zum schnuppern. Das Typouniversum ist gewaltig. Viel Spaß.
@Gerhard: freut mich für Euch ;-)
von
am 04. Nov
um 11:03 Uhr
@Karl:
Du warst durchaus einbezogen… ich hätte auch frei nach meiner Großmutter hinzufügen können:
“wenn wir sonst keine Sorgen haben” ;o)
Was haltet Ihr Font-Experten eigentlich von den Font-Empfehlungen der c’t 22/2006?
von
am 04. Nov
um 13:23 Uhr
so zusagen gegenteil: zur comic sans
wird sogar thema in einem film.
ab: early 2007
http://helveticafilm.com/
danke für den blick über den tellerrand, jetzt wo es eine bestimmte grüne seite nicht mehr gibt.
Müsste ja jemand weiterbetreiben
von
am 04. Nov
um 13:40 Uhr
^^
hehe basel, typisch basel.
als echter zürcher sind wir da immer ein bisschen im kreuzfeuer, :D
den bericht muss ich meiner exfreundin zeigen, die hasst die comics sans, und wir haben uns immer mit zürich-basel (sie von basel ich von zürich) aufgezogen.
:D
gefundenes fressen
danke
von
am 04. Nov
um 13:53 Uhr
@Gerhard: welche sind´s denn?
von
am 04. Nov
um 16:53 Uhr
Kurze technische Zwischenfrage, wie setzt man Punkte über Buchstaben ohne ausdrucken und hinmalen?
von
am 04. Nov
um 18:30 Uhr
@Karl:
der c’t-Artikel war etwas umfangreich…
als Empfehlung für einen Grundstock an freien, aber hochwertigen Fonts wurden genannt:
Lido STF (weiche, freundlichere Times-Alternative
Charis SIL (etwas kantiger, mehr Persönlichkeit, ideal für Magazin- und Buchdesign)
Gentium (edel / traditionell)
Pigiarniq (schlicht-elegant)
Vera (Vera Sans Mono als Courier-Ersatz)
Unibody 8 (Pixelschrift für Screendesign)
von
am 04. Nov
um 19:14 Uhr
Schlimm wird’s aber erst, wenn eingefleischte Brunzdummen meinen, dass die Helvetica von der Arial abgekuckt sein…
von
Gunnar
am 04. Nov
um 19:43 Uhr
Hmm. Also ich verstehe den Artikel nicht so ganz. Muß man Typograph sein um ihn zu verstehen? Was kann man an einer Schriftart aussetzen?
Gibt doch 1000sende davon.
Gruss
Gunnar
von
Felix
am 04. Nov
um 20:59 Uhr
Was mir schon lange im Kopf rumgeht...was halten eigentlich Typographen von der Chalkboard?
von
am 04. Nov
um 21:43 Uhr
Nee Gunnar, man muss sich nur bissl mit Schriften zu befassen, um mit dem (unterhaltsamen und bildenden) Artikel etwas anfangen zu koennen. Gibt viel Information zu sowas im Netz, musst nur mal bissl “typografie” und “typographie” “typography” gugln. Spannende Sache, das.
Schau auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Typografie, http://www.java-tutor.com/docs/typografie/, ganz hervorragend ist http://www.typografie.de/verlagsverzeichnis/typografie/, Namen wie Spiekermann, Willberg, Forssmann, Hochuli, Tschichold etc. bringen Dich weiter.
Deine Frage ist bissl so wie… landen paar siliziumbasierte Lebensformen auf der Erde ... funkt das Eine zum Anderen: “Sag mal, sind das hier jetzt Pflanzen oder Tiere?” Funkt das Andere zurueck: “Mir doch egal, sind halt alles Kohlenstoffeinheiten!”. ;-)
von
Jens
am 05. Nov
um 1:15 Uhr
@Gunnar:
Ich bin der Meinung, daß man die Comic Sans MS höchstens für Comics verwenden kann. Und nichtmal dafür wirklich (siehe Artikel).
Es sieht einfach unpassend aus, wenn irgendwelche Dienstanweisungen, offizielle Mitteilungen und dergleichen in dieser Comic-Schrift gesetzt werden. Ich kenne sogar Leute, die haben ihren Mailer so konfiguriert, daß sie mit Comic Sans MS mailen… das ist imho nicht seriös. Könnte ich ja gleich Impact nehmen. ;)
von
am 05. Nov
um 10:17 Uhr
Jau, oder die StarTrek-Schriftart! Oder die Disney-Version, die ich bei einem der Links oben auf Anhieb gefunden habe. DEN würde ich als Unterschrift in meine Signatur einbauen! ;-)
Bleibt nur die Frage, wie man die Punkte über die Büchstäben…
von
am 05. Nov
um 10:46 Uhr
Das hier sollte sich jede/r halbwegs Interessierte mal runterladen:
http://eberhard-dilba.homepage.t-online.de/Unterverzeichnis/Lexikon.htm
von
Gunnar
am 05. Nov
um 11:51 Uhr
Achso. Ok.
Ich kenne mich auf dem Schriftengebiet nicht aus. Ich bin ja kein Typograph. Vielleicht ist es dann einfach es zu verstehen.
Gunnar
von
Gunnar
am 05. Nov
um 11:54 Uhr
PS: Also für Briefe nehme ich meistens Arial.
Gunnar
von
am 05. Nov
um 12:06 Uhr
@Gunnar:
ich denke auch, dass der Inhalt wichtiger als der Zeichensatz ist, solange es lesbar bleibt.
Typographie ist ein interessantes Thema, aber man kann selbst dieses “harmlose” Metier ideologisch verbrämen.
Muss man aber nicht ;o)
Für geschmacklose Fonts in eMails habe ich ohnehin eine radikal-einfache Lösung:
mein Mail-Client kennt nur die Courier und lehnt HTML sowieso grundsätzlich ab :-)
Lesbar ist natürlich ein dehnbarer Begriff.
Der Geschäftsbericht aus Basel ist auch irgendwie lesbar, aber die Comic Sans passt einfach nicht zum Zweck (es sei denn, jemand wollte auf das sprichwörtliche Gekrakel der medizinischen Zunft anspielen). Gute Lese(im Gegensatz zu Display-/Werbe-)typografie erkennt der Laie daran ... nein, er erkennt sie eigentlich gar nicht, weil er sie idealerweise überhaupt nicht wahrnimmt.
von
am 05. Nov
um 12:59 Uhr
> Ich bin ja kein Typograph. Vielleicht ist es dann einfach es zu verstehen.
Ja, ganz einfach, Gunnar: Das ist halt ein Beruf mit entsprechenden langen Ausbildungen. Und wer sich mit dem geschriebenen Wort, also mit dem Satz entweder im Druck oder auf dem Bildschirm befasst, der wird zumindest um Grundkenntnisse in Typographie nicht herumkommen. Das geht halt los mit der Frage “Serife oder keine” und geht ueber “an dieser Stelle fett oder kursiv auszeichnen” und Begriffe wie Zeilen-, Wort- und Buchstabenabstand bis hin zur Lesepsychologie.
Der “Konsument”, der sogenannte “naive Leser”, der denkt ueber sowas nicht nach und brauch’s auch nicht.
von
am 05. Nov
um 14:43 Uhr
> Der “Konsument”, der sogenannte “naive Leser”, der denkt ueber sowas nicht nach und brauch’s auch nicht
Ebenso der “naive Schreiber”. Man muss nicht Typographie studiert haben, um einen Sachverhalt
schriftlich auszudrücken zu können. Zugegeben, einen Geschäftsbericht in der Comic Sans zu verfassen
finde ich auch eher kurios und wenig seriös wirkend. Aber wer die Typographie eben nicht als “Beruf mit
entsprechenden langen Ausbildungen” betreibt, sondern einfach nur einen Text schreiben möchte, dem würde
ich typographische “Sünden” nicht so übel nehmen. Der Inhalt ist für mich jedenfalls allemal wichtiger als der Font.
Was man selber als Beruf betreibt, sieht man natürlich mit anderen Augen als die “normalen” Menschen,
das geht mir in meiner Branche auch nicht anders. Es ist also wie immer im richtigen Leben eine
Frage der Perspektive ;o)
von
Gunnar
am 05. Nov
um 15:23 Uhr
Bonobo:
Dann solle sich jeder der ein Weblog betreibt Gedanken um die Typographie machen? Ist das richtig?
Man ist ja quasi Schriftsteller bzw Autor.
von
Bonobo
am 05. Nov
um 15:53 Uhr
@Gerhard:
> wer die Typographie eben nicht als “Beruf mit entsprechenden langen Ausbildungen” betreibt,
> sondern einfach nur einen Text schreiben möchte, dem würde ich typographische “Sünden”
> nicht so übel nehmen. Der Inhalt ist für mich jedenfalls allemal wichtiger als der Font.
Von “uebelnehmen” ist hier ja auch nirgends die Rede gewesen, oder?
Und natuerlich ist der Inhalt wichtiger als die Form, aber wenn ich z.B. einen informativen Text setze, moechte ich natuerlich, dass er gelesen wird und dass die Leser nicht weiterblaettern, weil sie aus irgendwelchen (typografischen) Gruenden Bauch- bzw. Augenschmerzen kriegen. Man kann Texte halt so setzen, dass den Lesern schlecht wird und so, dass sie’s gerne lesen.
@Gunnar:
>Dann solle sich jeder der ein Weblog betreibt Gedanken um die Typographie machen? Ist das richtig?
Letztlich ja, wobei Typografie im Web etwas ganz anderes ist als Typografie im Druck ... es gibt im Netz, wie gesagt, genuegend Information dazu.
von
am 05. Nov
um 16:31 Uhr
;-)
@Gunnar: wenn man mehr will, als Times, Arial oder Verdana, dann sollte man sich schon Gedanken dazu machen.
Stephan aus B. an der S., für das e mit Düddelchen (ë) gibt es eine sehr einfache Lösung: man bookmarkt die Rubrik Douglas Noël Adams aus IT&W und kopiert das ë aus seinem Namen heraus (so mache ich das immer).
Für alle anderen typografischen Seltsamkeiten (wie ∃, ¾, ñ, œ oder ‰) verwendet man die Entities-Tabelle.
von
am 05. Nov
um 21:51 Uhr
@Karl:
ach so, ich hatte nicht gewusst dass von solch extremen Fonts die Rede ist, ich hatte nur etwas von der Comic Sans gelesen.
Dank Firefox’ Webseiten-Stil: kein Stil muss ich übrigens auch ME nicht mit der Verdana ertragen ;o)
von
Gunnar
am 05. Nov
um 21:53 Uhr
Karl Es ist Angekommen o0
von
Bonobo
am 05. Nov
um 22:25 Uhr
Vokale mit den zwei Punkten (dem Trema http://de.wikipedia.org/wiki/Trema) kann man unter Mac OS X so schreiben:
Alt-U und dann den Vokal: ï ë
von
am 06. Nov
um 0:17 Uhr
Danke für das e mit den Entities und die Düdelchen-Tabelle. Werde ich mir gleich mal anschauen! In diesem Sinne gute Nacht! (Schönes Fühshoppen übrigens, auch wenn das hier die falsche Stelle ist!)
von
am 06. Nov
um 8:31 Uhr
@Bonobo:
> Von “uebelnehmen” ist hier ja auch nirgends die Rede gewesen, oder?
Naja, “Geißel der Typographie” oder “i hate comic sans” etc. etc. etc. klingt aber nun auch nicht so wirklich tolerant und entspannt ;o)
Herr Gerhard, Karl kann auch Computer mit Planierraupen plattmachen - ganz entspannt… ;)
Auch ich habe - Anfang der 1990er - eine Ausbildung zum “Schriftsetzer (Fotosatz)” genossen - was damals schon komplett mit DTP-Programmen vonstatten ging. Wenn man die Auswüchse sieht, die die Typographie seit Beginn der DTP-Zeitalters angenommen hat, ist die Comic Sans doch schon fast eine Erholung für das geplagte Auge. Und auch hier gilt:
“Fonts don’t kill people, people kill people!” ;-)
von
am 06. Nov
um 15:01 Uhr
@Stefan: was uns die Revolution des DTP für alle seit Ende der 80er gelehrt hat ist dies
1. Gute Gestaltung und Typografie sind weitgehend den Bach runter (Ausnahmen bestätigen nur die Regel)
2. Es stört praktisch niemanden
gerade Punkt 2. macht die Überzeugungsarbeit besonders mühsam (s.o.)
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