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Foxconn will Journalisten mundtot machen [upd.] vom 29.08.06

Wie die Zeitung Shanghai Daily meldet [via AppleInsider], hat ein chinesisches Gericht die Vermögenswerte zweier Journalisten eingefroren, die den Apple-Zulieferer Foxconn kritisiert haben. Wang You und Weng Bao hatten am 15. Juni 2006 über schlechte Arbeitsbedingungen in Foxconn-Werken berichtet, wenige Tage nachdem die britische »Mail on Sunday« einen ähnlichen Artikel veröffentlicht hatte. Die Sanktion ist die Folge einer Schadenersatz-Klage durch Foxconn gegen die Journalisten in Höhe von 3,77 Millionen Dollar, zu dem gesperrten Besitz gehören Apartments, Bankkonten und ein Auto. Der Artikel in China Business New habe »die Reputation Foxconns beschädigt«, heisst es laut Shanghai Daily in der Klageschrift.

Nach dem Bericht der Shanghai Daily hatte Wang You in seinem Artikel geschrieben, die meisten »iPod City«-Arbeiter müssten länger als 12 Stunden am Tag arbeiten, verdienten dabei nur 100 Euro im Monat und dürften während der Arbeit nicht miteinander sprechen. Beide Journalisten seien von der Blockade ihrer Besitztümer informiert worden, hätten jedoch noch keine Einzelheiten zu der Foxconn-Klage erhalten. China Business News steht »fest zu seinen Journalisten und wird in diesem Fall alle denkbaren Konsequenzen ziehen«. Die gesamte chinesische Presse werde die Beschlagnahme des Vermögens der Journalisten verurteilen, schrieb die Zeitung gestern. [Update 8.45 Uhr: Daten korrigiert, Details ergänzt].

Foxconn ist der Handelsname des taiwanesischen Unternehmens Hon Hai Precision Industry Co, das dem Milliardär Terry Guo gehört, einem der reichsten Männer Taiwans. Foxconn hatte schon einmal im Mai 2004 versucht, einen Journalisten wegen eines kritischen Artikels auf 912.000 Dollar Schadenersatz zu verklagen, musste die Klage aber auf Druck der taiwanesischen Journalisten-Vereinigung fallenlassen.

Die »Mail on Sunday« hatte am 11. Juni mit einem Artikel über die schlechten Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken des Apple-Zulieferers [wir berichteten] ein weltweites Medienecho und eine Untersuchung der Vorwürfe durch Apple angestoßen. Nach einem zweimonatigen Audit kam Apple im August zu dem Schluss, daß Foxconn in einigen Bereichen gegen den Apple-Kodex für Zulieferer verstößt. 


bisschen Senf dazu?
von Pat am 29. Aug um 8:20 Uhr

Schon traurig, was da drüben abgeht…


von am 29. Aug um 8:22 Uhr

PR Supergau für Apple.


von am 29. Aug um 8:50 Uhr

Och mööönsch, nicht schon wieder beschweren, daß da andere Sitten herrschen. Ich meine man muß doch einfach mal anerkennen, daß diese Chinesen absolut uuunnglaublich günstig arbeiten. Und nur, weil die Japaner inzwischen ihre Hochtechnologie lieber in Sicherheit bringen, heißt das auch noch lange nicht, daß deutsche Unternehmer den Chinesen nicht noch gaaanz viel Know How verkaufen könnten, bis wir dann endlich alle überflü...*flöööt*


von am 29. Aug um 9:31 Uhr

ist das keine meldung wert???

http://www.heise.de/newsticker/meldung/77383


von majo (Mac Essentials) am 29. Aug um 9:59 Uhr

genau, in China ist alles ganz anders: die verbieten jetzt sogar Striptease auf Beerdigungen!

Und natürlich ist die Neooffice 2.0-Beta so ungemein wichtig, dass wir jede andere Meldung dafür fallenlassen |-)


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