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Mac OS X86 verlangt Kopierschutz-Chip vom 01.08.05

image Die komplette DVD des Mac OS X86-Developer Kits ist illegal in den Tauschbörsen aufgetaucht. Wie das metamac magazin in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, handelt es sich diesmal nicht um eine Fälschung, wie dies noch vor einigen Wochen der Fall war.

»In der so genannten „NFO“-Datei, in der die Raubkopierergruppen Details zu ihren Kopien nennen, steht auf die Frage, warum man die Software denn verbreite, nur folgende Antwort: „Because we want to let whomever is interested study and work on the files in this DVD.“ Nett gemeint - doch für Apple sicherlich ein größeres Problem, wenn sein wertvolles Betriebssystem bereits jetzt durch die wilde Welt der PC-Szene gondelt«, so das Magazin.

imageAllerdings haben die Raubkopierer in diesem Fall die Rechnung ohne den Mac-Hersteller gemacht: »Die Mac OS X for Intel-Installations-DVD läuft nämlich nicht mit jedem gewöhnlichen PC. Das liegt nicht nur an möglicherweise fehlenden Treibern, sondern an einem Kopierschutz: Wie Hacker herausgefunden haben, nutzt Apple ein so genanntes „Trusted Platform Module“, kurz TPM. Ein entsprechender Chip von Infineon findet sich denn auch tatsächlich im Gehäuse des Intel-Entwicklerkits. Er nutzt Version 1.1 der so genannten TCPA- oder auch Palladium-Implementation. [...]

Die TPM-Abfrage steckt laut bisherigen Erkenntnissen tief in Mac OS X for Intel. Während des Bootvorganges werde eine entsprechende Kernel-Extension aufgerufen, meldet die Bastlerseite x86 inside. Aber auch der Universalübersetzer Rosetta, der auf Intel-Macs dauernd zum Einsatz kommt, soll das TP-Modul prüfen - ein „Hack“ reicht hier also wohl nicht.«

Weitere Details zum Thema im metamac magazin vom Sonntag.


bisschen Senf dazu?
von chillcore* am 01. Aug um 15:13 Uhr

Na, da wird die Freude ja groß sein, wenn man feststellt, dass nicht nur die Entwicklerkisten TCPA-verseucht sein werden.


von am 01. Aug um 17:15 Uhr

naja, gar nicht dumm von unserem Lieblingsverein: so stellt Apple sicher, dass die letzten, noch nicht TCPA- oder DRM-verseuchten Macs auf jeden Fall noch über die Ladentheke gehen werden! ;-)


von am 01. Aug um 17:25 Uhr

Da dachte man, man ist mit seinem Mac auf der “richtigen” Seite diese TCPA-Mists und jetzt soetwas.
Naja - aber grundsätzlich war es absehbar das Apple - die einzigste TCPA freie Firma noch auf dem Markt, die nicht in der TCPA-Group war - jetzt doch nachgegeben hat. Schade,....


von am 01. Aug um 17:25 Uhr

solange sie das TPM einzig und alleine nur benutzen um sicherzuegehen, dass Mac OS nur auf Apple/Intel-Maschinen läuft, sollen sie das meinetwegen machen


von am 01. Aug um 18:06 Uhr

... und da waren sie wieder, meine 3 Probleme: “solange sie...”, “solange sie...” & “solange sie...”! ;-)


von am 01. Aug um 20:26 Uhr

Mal sehen wie lange es dauert, bis der Schrott ausgehebelt wurde ...


von am 01. Aug um 21:21 Uhr

Ist das etwas anderes als ein fest verbauter Dongel als Kopierschutz? Irgendwie macht sich beim Thema TCPA keiner mehr viel Mühe zu differenzieren. Die Leute, die bei sowas die Entrüsteten spielen sollten sich lieber Sorgen über ihr Handy machen.


von am 02. Aug um 0:18 Uhr

Die TCP ist nicht schlimm, wenn sie richtig genutzt wird. Früher hat man auch gegen neue Techniken Einwendungen gehabt. Ich habe mich lange Zeit mit der Thematik beschäftigt und bei jeder Gelegenheit online und offline ;) auf die Risiken aufmerksam gemacht, die aus einem Software- und Trusted-Computing-Monopol entstehen. Man kann sich diesen Neuerungen nicht komplett verschliessen, denn schliesslich bestimmt auch der Grad des Widerstandes die Schärfe dieser Sicherungen. Derzeit kann man das bei der Musikindustrie beobachten. Weil die Kopiermöglichkeiten so groß sind und sehr viele Leute dies schamlos ausnutzen (illegal), bemüht sich die Industrie diese Möglichkeiten einzuschränken. Natürlich ist das keine gute Entwicklung, aber wenn man im Gegenzug gute Ware zu guten Preisen und stabilen Konditionen (DRM) bekommt, ist es längst nicht mehr so schlimm, sondern teilweise sogar besser (siehe iTMS). Schliesslich stellt sich die Mehrheit der ehrlichen Käufer auch nicht hinter die Ladendiebe, weil die den großen Betreiber austricksen können und für eine gute Sache kämpfen. :-/

Nur mit einer offenen DRM-Politik und einer breiten Information der Öffentlichkeit durch die gängigen Medien kann das Problembewusstsein geschaffen werden, das uns vor eigenmächtigen DRM-Eingriffen durch die Industrie schützen kann.
Beispiel: Eine Firma stellt Hardware her, die versteckte DRM-Funktionen birgt und nachträglich die Rechte einschränkt. Kennen die Verbraucher die Alternativen und notwendigen Funktionen und können diese bewerten/erkennen, so verliert eine solche Firma ganz schnell Marktanteile. Dies findet schon in einem ähnlichen Bereich statt: Audio-CDs mit Kopierschutz. Sehr viele Käufer möchten die gekauften CDs lieber in einem Format ihrer Wahl digitalisiert speichern und wiedergeben können (→ iPod & Co.).


von am 02. Aug um 7:10 Uhr

@elekTron: Und was wolltest Du jetzt damit sagen?
Rate mal, was Verwertungsgesellschaften aller Art für einen Reibach mit Computer, Fotokopierer, Scanner, Drucker, CD-Laufwerke, CDs, DVDs, iPods, MP3-Plaxer, etc. machen. Für all diese Dinge zahlen wir seit Jahren, z.T. seit Jahrzehnten beim Kauf Urheberrechtsabgaben, noch bevor der erste Song, Scan auf der Platte ist. Nicht weil wir alle böse Kopierer SIND, sondern weil man damit prinzipiell kopieren KANN. Bei einem Mac mini sind das je nach Ausstattung zwischen 6 1/2 und 8 Euro. Und jetzt rechne mal all Deine Hardware zusammen. Wenn Du insgesamt unter 100 Euro Lizenzabgaben kommst, dürftest Du recht knapp ausgestattet sein. Mal ein Paar Millionen, dann ist klar, dass MI und Verwertungsgesellschaften allein hierüber einen dicken Teil ihres Geschäfts machen. Und da man dafür zahlt, dass man kopieren kann, ist es ja auch klar, dass man das auch TUT! Solange die Musik- und Filmindustrie nicht mit einem großen (!) Schritt auf die Konsumenten zugehen, werden sich die Konsumenten immer weiter von ihnen entfernen. Wer noch an das Ammenmärchen der Umsatzverluste durch “Raub"-Kopien glaubt, versteht die Zusammenhänge nicht. Aktuelle Studen belegen sogar, dass intensive Nutzer von P2P-Tauschnetzen bis zu viermal mehr Musik auch im sogenannten legalen Musikstores erwerben.
In der aktuellen Zeit ist ein schöner Artikel über die Killer-Scheibe DVD, und die Auflösung der Kinokultur. Auch hier werden Mechanismen zwischen Industrie und KOnsument klar. Lies mal wieder.


von am 02. Aug um 9:02 Uhr

Ist schon gehackt Oo

R E L E A S E N O T E S
Thanks to the guys at phe*NIX who released a non-working copy. Too bad we at XiSO had the OSX x86 DVD for a few weeks now, working hard on disabling the Infineon/Trusted Computing module which is present onboard of the “developer” Apple-Intel boxes. As some of you have heard, Rosetta, Apple’s binary translation software used to convert PPC binaries to x86 bytecode at runtime is a primary user of this Trusted Computing module, and since majority of OSX Intel apps are actually PPC bins, not much of the OS is usable without this binary converter working. So we patched that, as well as a check during boot for “supported hardware”. Enjoy!


von MisterMike am 02. Aug um 9:47 Uhr

hmmm na mal sehen ...

Derzeit scheint Rosetta nicht zu laufen ohne TCPA, und ohne Rosetta derzeit kein GUI (da zB ATSServer noch PPC ist auch im Devkit)

Des weiteren scheint OS X Intel recht massiv auf SSE3 zurückzugreifen, womit alle Pentium4 vor dem “Prescott” eh wegfallen (nein, BOCHs bootet die Dev CD nicht ..)

Offenbar sind auch einige binaries im System signiert und es fragt sich was die tun wenn sie ihre checksum nicht bestätigt sehen..

we will see ... *g*


von am 02. Aug um 15:23 Uhr

@Karl
Du hast Recht, was die Abgaben auf die diversen Geräte betrifft. Auf diesen Punkt bin ich nicht eingegangen und hätte es wohl auch vergessen, hättest du keinen Einwand erhoben. :-)
Mir sind diese Abgaben bekannt und ich finde dieses Vorgehen nicht richtig. Wer DVD-Rohlinge kauft, kopiert damit nicht zwangsläufig geschützte Filme. Dennoch bekommen die Rechteinhaber die zusätzlich erhobenen Abgaben…
Dass die Industrie (speziell im Musikbereich) sich immer mehr vom Konsumenten entfernt hat, kann ich nur bestätigen. Ich kaufe fast keine CDs mehr, weil sie einfach zu viele Einschränkungen haben und dennoch stetig teurer werden. Dafür habe ich meinen Konsum etwas zurückgeschraubt und lade mir nur noch die wirklich interessanten Titel (keine Charts!) aus dem iTMS.

Die aktuelle ZEIT liegt hier übrigens neben mir und der DVD-Artikel ist wirklich interessant. Hier mal ein kleines Zitat:
“Für die Krise des Kinos gibt es ebenso triftige Gründe wie für den Aufstieg der DVD. Einige davon sind so trivial wie unwiderlegbar: hohe Eintrittspreise, falsche Filme am falschen Ort, ein Generationswechsel des Publikums, die hysterische Anti-Raubkopie-Kampagne, die den Zuschauer eher zum potenziellen Feind als zum gern gesehenen Gast macht, der rapide Glanz-Verlust der Cinemaxx-Architekturen.” (© ZEIT-Verlag Hamburg)

Alle diese Gründe treffen meiner Meinung nach voll zu. Heute ist Dienstag und damit einer der wenigen Tage, an denen es sich vielleicht noch lohnt, die Säle zu bevölkern.

@trent
Dann sollen die Leute mal Spass mit dem System haben. Die finale Version wird wohl bessere Sicherungen aufweisen, denn sonst könnte Apple damit einpacken. Mit einem TPM-Chip ist noch mehr Verdongelung zu erreichen: wenn Bestandteile des Systems nicht nur einfach auf den Chip vertrauen, sondern direkt integriert sind. Bei den Entwicklerversionen hat Apple entweder geschlampt und sich mehr auf die Vereinbarungen mit den Entwicklern verlassen oder die Entwicklung war noch nicht so weit. Vielleicht hatte Mr. Jobs auch wieder eine geniale Idee, die eine noch höhere Marktdurchdringung in der x86-Fraktion möglich macht. Who knows? ;-)


von am 02. Aug um 19:51 Uhr

Nachdem ich anfang der 90s Macintosh benutzt habe bin ich zu Win98 Zeiten auf x86 PCs umgestiegen.
Da die Horrorgeschichten über Longhorn un ihrem TCPA/TPM/Palladium, wie auch immer, und die damit verbundenen techn. Details für mich als User nicht hinnehmbar sind hatte ich fest eingeplant 2006 wieder zu Apple zu wechseln, die, vermeintlich, alles besser machen.

Leider stellt sich nun heraus das Apple die schlimmsten von allen sind und TPM Chips salonfähig machen werden.

Deshalb werde ich keinesfalls zu Apple wechseln, Longhorn verschmähen und mal sehen was sonst so kommt. Gnome gefiel mir eh immer gut.


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