![]() |
|||
frischer mac-senf
Bernhard zu Mittwoch, 10. März: Schlagzeilen schreib mal! |
::: 11. Nov. 2005 :: Das nächste irrsinnig große Ding (7. und letzter Teil) Der letzte Abschnitt eines langen Interviews, das Steve Jobs 1996 der Zeitschrift Wired gab - hier sind Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6. Was meinen Sie zu HotJava und ähnlichem? Bevor dieses Zeug zum Webstandard wird, wird es lange dauern. Mit sowas kann sich das Web selbst ins Knie schiessen. Wenn das Web zu kompliziert wird, zu überfrachtet mit Sicherheits-Maßnahmen, dann wird seine Verbreitung aufhören oder sich verlangsamen. Das wichtigste für das Web ist es, Microsoft voraus zu sein - nicht komplizierter zu werden. Das ist sehr interessant. Java verlagert die Technologie auf die Client-Seite. Finden Sie das falsch? Meiner Meinung nach? In den nächsten beiden jahren? Es ist vollkommen falsch. Weil es die allgemeine Verbreitung des Webs verlangsamen kann. Alles, was die Verbreitung des Webs behindert, nützt Microsoft. Und wenn Microsoft den Anschluss findet, ist das viel schlimmer, als wenn das Web keine Textverarbeitung kann. Sowas kann man später nachholen. Es gibt jetzt eine Gelegenheit, die es nicht wieder gibt. Wenn man jetzt nicht die Ziellinie überquert, wird das Web Microsoft gehören. Und das ist dann das Ende. Lassen Sie uns mal annehmen, daß es ein gemeinsames Interesse an einem standardisierten Web gibt, das eine starke Alternativ zu Microsoft bietet. Jede einzelne Web-Company oder jeder einzelne Webpublisher hat aber auch ein eigenes Interesse daran, daß die eigenen Webseiten dem neuesten Stand entsprechen. Wir bei Wired sind da nicht anders. Also müssen wir uns mit Hotjava befassen, weil wir da draussen mitspielen müssen. Das läßt nichts Gutes für das Bewahren von Einfachheit erwarten. Wir sind selbst Teil der Kräfte, die ein komplizierteres Web erzeugen - weil wir keine Wahl haben. Man kann das Web komplexer machen, aber nicht indem man noch mehr Zeug auf die Clientseite schiebt. Sondern indem man solche Werte wie Federal Express bietet: die Komplexität gehört auf die Serverseite. Ich mache mir große Sorgen: wenn die Clientseite intelligent wird, wird diese Eigenintelligenz als erstes das Web fragmentieren. Es wird nicht mehr einen Standard geben, sondern mehrere: alle werden sich bekämpfen, jeder hat seine eigenen Probleme. man kann dann ganz leicht sagen, warum keiner davon der allgemeingültige Standard sein kann. Eine zersplitterte Webcommunity wird Microsoft direkt in die Hand spielen. Die Client-Server-Beziehungen sollten für die nächsten beiden Jahre eingefroren werden, und wir sollten sie nicht weiterentwickeln. Wir sollten sie einfach in Frieden lassen. Durch kollektives Einvernehmen? Yeah. Durch allgemeine Übereinkunft. Genau. Lasst uns Ubiquität erreichen. Wenn Windows überall sein kann, kann das existierende Web erst recht überall sein. Werbung
Wie kam es, daß Windows überall ist? Die Macht des Eigeninteresses in der Industrie hat Windows allgegenwärtig gemacht. Windows ist überall wegen Compaq und diesen anderen Anbietern. Die wussten nicht mal, wie man »Software« buchstabiert, aber sie wollten irgendwas auf ihre Rechner packen. Deswegen ist Windows überall. Es ist also einfach passiert. Nein, es war eine Art Regel, die aktiv wurde, als sich der allgemeine Eigennutz bündelte. Und ich behaupte, daß genau dasselbe Eigennutz-Gesetz jetzt auch im Web funktioniert. Jeder hat ein völlig eigennütziges Interesse daran, dieses Web ubiquitär zu machen und es niemandem zu überlassen - ganz besonders nicht Microsoft. Wird die Desktop-Metapher weiter bestimmen, wie wir mit dem Computer umgehen, oder gibt es eine bessere Metapher?
Eine neue Methaper braucht einen neuen Anlass. Die Desktop-Methaper wurde erfunden, weil man erstens ein Stand-alone-Gerät hatte, und zweitens, weil man seinen eigenen Speicher verwalten mußte. Das ist in einer Desktop-Welt sehr wichtig, aber es kann sich ändern. Es kann sein, daß man seinen eigenen Speicher nicht mehr verwalten muss, oder überhaupt kaum noch etwas auf dem Rechner sichert. Ich speichere kaum noch etwas, ich benutze E-Mail und das Web, und damit muss ich überhaupt keinen Speicher mehr verwalten. Ich erinnere mich an Dinge, die ich erledigen muss, indem ich mir selbst E-Mails schicke. Das ist mein Speicher. In dem Moment, in dem man keinen eigenen Speicher mehr managen muss; in dem Moment, in dem man hauptsächlich in einer vernetzten statt in einer Stand-alone-Welt lebt, in dem Moment gibt es Gründe für neue Methapern.
Design ist ein blödes Wort. Viele Leute denken, Design ist, wie etwas aussieht. Aber natürlich, wenn man genauer hinguckt, bedeutet Design - wie etwas funktioniert. Das Design des Mac betraf nicht, wie er aussah, obwohl das ein Teil davon war. Vor allem ging es darum, wie er funktionierte. Um etwas wirklich erstklassig zu designen, muss man es durchschauen. Man muss wirklich schnallen, um was es da geht. Es gehört ein leidenschaftliches Engagement dazu, etwas wirklich durch und durch zu verstehen, es gründlich durchzukauen, es nicht hastig herunterzuschlucken. Die meisten nehmen sich dazu nicht die Zeit. Kreativität bedeutet nur, Dinge zu verbinden. Wenn man Kreative fragt, wie sie etwas gemacht haben, fühlen sie sich manchmal fast schuldig, weil sie eigentlich gar nichts gemacht haben - sie haben nur etwas gesehen. Nach einer Weile erschien es ihnen völlig selbstverständlich, weil sie bereits vorhandene Eindrücke verbinden und daraus etwas Neues erzeugen konnten. Sie können es, weil sie mehr Erfahrungen und Eindrücke als andere Leute haben oder weil sie genauer darüber nachdenken. Leider ist das eine sehr seltene Eigenschaft. Den meisten Leuten in unserer Industrie fehlen diese völlig unterschiedlichen Erfahrungen. Sie haben nicht genügend Knoten zum Verbinden, und sie enden schließlich bei sehr linearen Lösungen ohne ein tiefes Verständnis des Problems. Je besser jemand seine Erfahrung und Eindrücke umsetzt, um so besser wird das Design. Welches gute Design inspiriert Sie heute? Design beschränkt sich nicht auf schicke neue Gadgets. Meine Familie hat gerade eine neue Waschmaschine und einen Trockner gekauft. Unsere waren nicht besonders gut, und so haben wir sie uns ein bißchen genauer angesehen. Es stellte sich heraus, daß sämtliche amerikanischen Waschmaschinen und Trockner Mist sind. Die Europäer machen viel bessere - aber diese Waschmaschinen brauchen doppelt so lang! Es stellte sich weiter heraus, daß sie mit nur einem Viertel des Wassers waschen und daß weit weniger Waschmittel auf den Kleidern klebt. Und was viel wichtiger ist - sie machen die Klamotten nicht kaputt. Die europäischen Waschmaschinen brauchen weniger Waschmittel, weniger Wasser, aber die Wäsche wird sauberer, weicher und sie hält länger. Wir haben eine Weile über einen Kompromiss nachgedacht. Am Ende haben wir über Design geredet, aber auch über die Werte in unserer Familie. Ist es uns wichtiger, daß die Wäsche in einer Stunde statt in eineinhalb Stunden gewaschen wird, oder ist es uns wichtiger, daß sich die Wäsche weich anfühlt und lange hält? Ist es wichtig, daß wir nur ein Viertel des Wassers verbrauchen? Wir haben darüber zwei Wochen lang jeden Abend beim Abendessen geredet. Wir wollten über diese leidige Waschmaschinen-Angelegenheit reden, aber wir haben über Design geredet. Wir haben schließlich eine Miele gekauft, made in Germany. Sie sind viel zu teuer, aber nur weil niemand in diesem Land sie kauft. Sie ist wirklich hervorragend verarbeitet und eines der wenigen Produkte, die wir in den letzten Jahren gekauft haben und mit denen wir rundherum zufrieden sind. Diese Jungs von Miele haben wirklich den ganzen Prozess durchdacht. Sie haben einen so tollen Job gemacht beim Design diese Geräte. Ich habe seit Jahren kein anderes Stück Hightech so geil gefunden wie diese Waschmaschine. Gary Wolf hat sich mit Steve Jobs unterhalten. Quelle: | von Redaktion um 13:10 Uhr | | Rubrik Apple-Historie | Permalink | Liebe Redaktion... | |
Werbung
This is what the Hitchhikers' Guide has to say about Mac Essentials: Mac Essentials, for 95 percent of the earth population using computers, has the meaning of a very elaborate form of news and articles that have no or almost no seriousness. For the rest of the galaxy, as well as for the remaining top five percent of the earth population, Mac Essentials are just - well, essential. Mac Essentials - a place for news and conversation.
|
|
| ©2006 TextLab text+media | Impressum | Presse | Haftungsausschluß | Page rendered in 1.3076 seconds | 30 queries executed | --> | ||