![]() |
|||
frischer mac-senf
7toschi zu Die Neuheiten auf einen Blick schreib mal! |
::: 07. Mai. 2006 :: Aperture 1.1: was der Profi sagt - von Jacqueline Godany Die Wiener Photografin Jacqueline Godany hat für uns Aperture 1.1 getestet, wie schon zuvor OS 10.4 »Tiger« oder iLife ‘06. Apples Photo Editing-Software geriet bekanntlich erst kürzlich wegen angeblicher Entwicklungspannen und einem neu formierten Developer-Team in die Schlagzeilen - schaun wir also mal, wie die real existierende Wirklichkeit aussieht. Jacqueline Godany arbeitet für Reuters, APA, FAZ, SZ und viele andere - falls jemand sie engagieren möchte: Jacquelines Portfolio, Weblog, Photoblog und Flickr-Account sagen mehr als 1000 Worte. Apropos Worte: Fragen an Jacqueline zur Software bitte unten einwerfen. En avant:
Vorweg: Aperture 1.1 wurde mir auf einem 15er MacBook Pro verpackt geliefert, das ich leider zurückgeben musste… Benchmarking und sowas gibts anderswo. Ich hab mir Aperture jetzt rein auf meine Abläufe und Ansprüche bezogen angeschaut, das ist also genaugenommen ein subjektiver Bericht über ein Programm, das angeblich alle Profifotografen für die Postproduktion brauchen. Das erste, was Profifotografen wie meinereiner übrigens an ihrer Digitalkamera ändern, ist der eventuell als Standard eingestellte Farbraum sRGB. Der ist nett fürs Internet, aber nicht für Profis, die für den Druck arbeiten. Dies als kleiner Einleitungshint für das neue Aperture-Programmierteam, haha. So, zweiter Punkt vorweg: Aperture soll und kann nicht Photoshop ersetzen. Es ist das Stück Software zwischen knipsen und heftig am Geknipsten rumfummeln. Zum Editieren (das beste Bild aussuchen auf Deutsch), zum RAW-Dateien importieren, zum Projekte verwalten, zum Übersicht über seinen Bildersauhaufen bewahren. Dinge, die der Profi bis jetzt mit diversen Progrämmchen hingekriegt hat, sollen mit dieser einen, ausgesprochen üppigen Software erledigt werden. (Es ist ja sowieso ein Witz, was Knipser sich heutzutage am Computer dauernd an neuem Softwarewissen aneignen sollen, beziehungsweise sollten. Wann soll man denn da noch knipsen und bloggen?) Sind jetzt alle da? Dann fangen wir an. Erst gehen Sie mal dahin zu Apple und schauen, ob Ihre Kiste die Software überhaupt verträgt: rechts unten ist auch noch ein Compatibility Checker. Version 1.0 hab ich übrigens ausgelassen (ich zahle nicht fürs betatesten, sorry), die Mängel kenne ich daher nur aus Berichten von Anderen. Die Qualität der konvertierten RAW-Dateien soll grottig gewesen sein, das ist mit Version 1.1 meines Erachtens behoben. Wenn Sie schon mit Aperture 1.0 gearbeitet haben und updaten, werden Sie gefragt, ob Sie die Dateien auf 1.1 umwandeln wollen. Schadet nix - machen. Zurück gehts nimmer, aber wozu auch. Die Oberfläche ist eigentlich ziemlich vollgepackt und trotzdem schön übersichtlich und aufgeräumt. Schicke transparente Zusatzfenster, sogenannte HUD’s (head up displays) fürs Nachbearbeiten von Farbe und so gibt es auch noch, das Ganze allerdings in nicht gerade augenfreundlicher 8 Punkt-Optik. Ja mei. Werbung
70 RAW Dateien (NEF-Format aus einer Nikon D100) hat das Ding auch direkt aus der Kamera über USB superratzfatzschnell (in meinem privaten Benchmark-Sprech kommt dann nur noch ultraratzfatzschnell) erst vorangezeigt und dann importiert. Man kann Ordner oder Projekte anlegen und beim Importieren auch gleich den Metadaten noch eigene Informationen mitgeben. Copyright, Keywords für was, wann, wo und diese Dinge. Damit man das Zeug auch später wieder findet. Ein Keyword-HUD hilft einem da dabei und angesichts der fetten Suchfunktion zahlt sich Ordnung von Anfang an aus. Sowieso immer. Wer bei OS X übrigens mit Smart Folders arbeitet, der kann das auch innerhalb von Aperture tun und Smart Albums bis zum Abwinken anlegen.
Fürs Feintuning der RAW-Dateien bieten sich dann folgende Optionen: Boost (reduce/increase image contrast), Sharpening, Chroma Blur, Auto Noise Compensation. Aperture ist nur auf Englisch erhältlich, aber ins Wienerische übersetzt heisst das in etwa: noch mal Gas geben beim Kontrast einstellen, scharf machen, Ränder mit Farbfransen in den Griff kriegen und das Rauschen in den Schwärzen unterdrücken. Von der Funktion Schärfen würde ich die Finger lassen, das geht in Photoshop besser und ausserdem haben Profis in der Bildbearbeitung eine Regel die da lautet: Sharpen last.
Wenn Sie dann fertiggefrickelt haben, können Sie entweder das das (immer) unberührte Original-Masterfile oder das bearbeitete Ergebnis exportieren. Als JPG, TIFF, PNG, PSD und als verkleinerte JPG’s für den E-Mail-Versand. Sie können aber auch so konservativ sein wie meinereiner und fürs ernsthafte Bildbearbeiten das Bild im Photoshop öffnen. Wirklich begeistert hat mich die Lupe. Das Ding holen Sie mit einem Klick von der Leiste und es bläst Ihnen in Echtzeit die Pixel um die Ohren. Und zwar nicht nur auf dem Einzelbild, sondern auch auf der Filmstreifenleiste. Nix Fenster auf, gucken, Fenster zu. Sehr lässig das. Das zweite lässige Ding ist die Funktion »Stacks«. Da werden Ihnen ähnliche Motive, also Serien oder verschiedene Versionen eines BIldes sozusagen auf einen Haufen gelegt. Den Haufen können Sie dann auch noch mit Hilfe des Fünf-Sternchen-Systems, das Sie aus i-Tunes kennen, schlichten, sodass das beste Bildchen oben am Haufen liegt.
Sind noch alle da? Dann kann ich ja noch kurz etwas meckern. Das Ordnungssystem meiner digitalen Bilder ist ja eher schuhschachtelmässig. Ich tu die Bilder nach dem Termin in einen Ordner und nenn ihn halt »Termin sowieso«. Für regelmässige Kunden gibts jeweils einen eigenen Kundenordner, der ist voll mit Terminordnern und so halt. Das Ganze liegt auf meinen drei Rechnern (vier mit dem Windowsdings) immer irgendwo doppelt und auf externen Festplatten auch irgendwie doppelt. Ich hab da den Überblick und kann auch schnell mal ein angefordertes Bild aus dem richtigen Ordner zupfen, ohne irgendein Programm starten zu müssen. Ich steh auf meine Ordnerordnung. Mir persönlich genügt ja eine Software, die mir einfach nur flott und gross anzeigt, was im Ordner drin ist. Wie Picasa bei Windows (*hüstel*). Nach dem Import habe ich mich jedenfalls auf der Platte auf die Suche nach meinen Bildern begeben und lediglich eine Library gefunden. Ein einziges Paketfile. Mit allen meinen Bildern drin. Seufz. Aperture hat auch ein tolles Backup System eingebaut namens Vault. Dreimal dürfen Sie raten ... richtig. Ein Paketfile. Seufz. Ich sag es mal etwas blumig: Meine Bilder sind alles, was ich habe. Die geb’ ich niemanden. Auch nicht einer Software von Apple.
Und jetzt hör ich einfach auf, Sie können ja noch fragen. Aperture hat durchaus seine Stärken im Editing-Bereich und auch sonst Potential. Es ist aber ein ziemliches Trumm eigentlich, das ich persönlich in dem Umfang nicht brauche. Version 2.0 dann vielleicht…
|
Werbung
This is what the Hitchhikers' Guide has to say about Mac Essentials: Mac Essentials, for 95 percent of the earth population using computers, has the meaning of a very elaborate form of news and articles that have no or almost no seriousness. For the rest of the galaxy, as well as for the remaining top five percent of the earth population, Mac Essentials are just - well, essential. Mac Essentials - a place for news and conversation.
|
|
| ©2006 TextLab text+media | Impressum | Presse | Haftungsausschluß | Page rendered in 1.4488 seconds | 30 queries executed | --> | ||